Tenebrias

~ Ein Spiegel für den Winter meiner Seele ~

Weblog-Archiv für 13. Februar 2008

Kommunikation vs. Handlung

Verfasst von Tenebrias am 13.02.2008 - 15:50

Ich habe Rollenspiel in einem Chat begonnen, einem Medium also, das vollständige ohne eine Spielengine auskommt, entsprechend auch ohne PvP, PvP, ohne Items, Instanzen und Raids. Es darf daher nicht verwundern, dass ich – obgleich später dann Spieler des sehr wohl eine Spielengine besitzenden Ultima Online – meinen Schwerpunkt immer auf Rollenspiel gelegt habe, dass mehr durch Klackern der Tastatur, als Mausgeklicke gekennzeichnet ist.

Für mich habe ich dabei immer unter zwei Ausprägungen unterschieden: Kommunikations-Rollenspiel und Handlungs-Rollenspiel, oftmals miteinander verbunden, aber bisweilen auch einzeln zu finden.

Kommunikations-Rollenspiel konzentriert sich dabei auf sprachliche Interaktion zwischen Charakteren, sie diskutieren, debattieren, erzählen sich Geschichten, Lügen sich an – was auch immer für Blüten Sprache eben so treiben kann.

Handlungs-Rollenspiel konzentriert sich dagegen darauf die Beschreibung von Aktionen. Das ist ebenso das in allen Facetten beschriebene Aufsetzen einer Tasse Tee, wie auch der Chatklassiker cs (hey.. bis gestern dachte ich die Abkürzung steht für CounterStrike ..).

Unter gewöhnlichen Umständen verbindet sich beides miteinander, aber fast immer sind entweder Handlung oder Kommunikation dominant – und ich muss nun ehrlich zugeben, dass mich Handlungs-Rollenspiel langweilt. Nicht, dass ich schöne Beschreibungen nicht zu schätzen wüßte, ganz im Gegenteil: Ich binde so gut wie immer irgendeine Handlung ein. Aber pures Handlungs-Rollenspiel, wie es von manchen Leuten als die Krönung ihres Spielerlebnisses beschrieben wird, fesselt mich überhaupt nicht.

Ich habe auch schon einen Schmied verkörpert, der sich daran macht ein Stück Metall so lange zu bearbeiten, bis etwas Hübsches daraus geworden ist und es war durchaus ok, aber mein Interesse und meine Geduld damit haben sich mit diesem einen Vorkommnis auch schon erschöpft. Was als Untermalung gern gesehen ist, wird einfach nur öde, wenn es über der Kommunikation dominiert.

Und das erklärt nun, warum ich keine stummen Chars spielen möchte.

Veröffentlicht in Rollenspiel | Verschlagwortet mit : | 2 Kommentare »

Kein Plan überlebt den Kontakt mit der Wirklichkeit

Verfasst von Tenebrias am 13.02.2008 - 10:58

Eine alte Weisheit, aber irgendwie bin ich – gerade im Umfeld Oracle – immer wieder erstaunt, wie zutreffend sie ist.

Da plant man das perfekte System, holt sich Leute ran, die wirklich etwas von der Materie verstehen (sollten), baut alles auf – und stellt im Betrieb fest, dass bestenfalls die Hälfte funktioniert. Genau die gewünschten Features verweigern im Spannungsfall dann ihren Dienst.

In den letzten Monaten haben wir hier ein ein Clustersystem aufgebaut. Dieses besteht aus aktuell 4 SUN-Servern die unter Solaris 10 laufen. Jeder Server beherbergt eine Anzahl von Zonen – letztlich virtuelle Maschinen – die in ihrem Ressourcenverbrauch vom Rest der anderen Zonen strikt getrennt sind, so dass keine gegenseitige Beeinflussung stattfindet.

Jede dieser Zonen kann innerhalb von Minuten auf einen anderen Server im Clusterverbund umgeschaltet werden, dafür trägt ein Clusterfilesystem von Veritas Sorge, das einen globalen Mountpoint zur Verfügung stellt. In diesem findet sich ein ORACLE_HOME, das von x Datenbanken aus y Zonen benutzt wird.

Soweit die Theorie.

Tatsächlich funktioniert die Ressourcentrennung nicht wirklich, gerade eben hat wieder eine Entwicklungsdatenbank in ihrer Zone auf Grund einer einprogrammierten Endlosschleife das Gesamtsystem nach unten gezogen und damit die Produktion in die Knie gezwungen. Dürfte nicht passieren, passiert aber dennoch. Plan: 0, Wirklichkeit: 1

Hier ist aber wenigstens die Ursache klar, häßlicher sieht es schon bei anderen Fehlern aus: Während stinknormaler administrativer Arbeiten am Abend (rebuild index) geht die Load in einer Zone plötzlich bis auf 3500 hoch (bei 1 zugeteilten CPU). Die Überlast schlägt auf den Server durch, der sich so überlastet fühlt, dass er auf die Anfragen der Cluster-Überwachung nicht mehr reagieren kann. In Folge dessen fährt das gesamte Clusterfilesystem herunter. Wir erinnern uns: Zentrale Komponente ORACLE_HOME. Sämtliche Datenbanken auf sämtlichen Zonen fallen aus. Plan: 0, Wirklichkeit: 2.

Das ist der Punkt an dem man sich ernstlich zu fragen beginnt, warum man überhaupt in hochverfügbare System investiert. Ich meine — wir haben irgendwelche Single-Server im Schrank stehen, die laufen einfach .. und fertig. Aber das tolle hochgezüchtete System stirbt an seiner eigenen Hochverfügbarkeit.

Und schliesslich unser dritter Punkt: Ab und an kommt es, bislang weder nachvollziehbar noch nachmessbar zu einem „Prozessstack“ auf einer der Zonen. Das heisst soviel wie: Es können keinerlei ORACLE-Prozesse mehr geöffnet werden, die Datenbank wird also faktisch unbedienbar. Ansonsten ist die Zone mit der Shell normal bedienbar, nur Verbindungen arbeiten nicht mehr. Niemand weiss warum. Niemand kann auch nur einen Grund dafür sehen – und da wir das Problem nicht willentlich hervorrufen können, ist unsere Möglichkeit zu Tests nahe bei Null.

Und um den Bogen zu schließen: Es kommt vor, dass eine derart hängende Datenbank plötzlich auch andere Datenbanken in anderen Zonen beeinflusst. Diese zeigen die gleichen Symptome – und zusätzlich landen auch sämtliche kill-Befehle in einer Queue und werden nicht verarbeitet.

Plan: 0, Wirklichkeit: 3

Veröffentlicht in Arbeit | Verschlagwortet mit : , | Kommentar schreiben »

Verzweifelte Fehlersuche

Verfasst von Tenebrias am 13.02.2008 - 09:26

Nachdem sich die Probleme in unserem tollen Cluster-System weder den Experten bei Veritas noch bei Oracle erschließen, sind wir nun in der Strohhalmphase angekommen. Diese kennzeichnet sich dadurch, dass durch produktive Hektik eine vermeintliche Lösung gesucht wird.

Die aktuelle Ausprägung: „Ladet die Oracle-Software neu herunter. Vielleicht ist die irgendwie kaputtgegangen in den Jahren.“

Mhm. Das ist der Punkt, an dem man sich denkt ‘WTF?’ . Aber ok .. der Chef sagt, neu runterladen, also wird neu runtergeladen.

Veröffentlicht in Arbeit | Verschlagwortet mit : | Kommentar schreiben »

30 days later

Verfasst von Tenebrias am 13.02.2008 - 09:15

Am Abend des 14.01.2008 habe ich das letzte Mal gespielt.

Soweit der Fakt. Weder kann noch will ich abstreiten, dass ich es vermisse, aber alles in Allem hält der erwartete Schmerz sich mehr in Grenzen, als ich erwartet hätte. Das hat sicherlich etwas damit zu tun, dass ich das Thema für mich keinesfalls abgeschlossen habe und Pausen gab es auch vorher schon.

Seit Oktober 1999 war Rollenspiel – und damit meine ich nicht etwa Leveln und Items jagen – mein größtes, letztlich einziges Hobby und auch wenn es Höhen und Tiefen gab, hat die Sache an sich ihren Reiz auf mich nicht verloren. Natürlich übersteht man neun Jahre nicht ohne Veränderungen in der Sicht auf das Ganze, aber wenn ich mir die Abendbeschäftigung der letzten dreissig Tage ansehe, dann muss ich feststellen, dass Rollenspiel sowohl sinnvoller als auch erfüllender ist.

Ich habe mich also nicht entschlossen aufzuhören, weil ich das Thema satt hätte. Auch nicht, weil mich irgendjemand angepisst hätte, so dass ich in einem spontanen Anfall von Jähzorn in die Schmollecke wechsle. Nicht einmal, weil dieses Hobby zuviel Zeit verschlingen würde – auch wenn man sich über 3 komplett vergebene Abende pro Woche natürlich streiten kann.

„Aufhören“ ist, wenngleich es als Überschrift dient, auch nicht wirklich korrekt. Ich kann im Moment nicht spielen, aber ich hoffe darauf, dass die Umstände es mir wieder erlauben.

Vielleicht schreibe ich mehr dazu, wenn ich mir darüber im Klaren bin, wie weit dieses Blog gehen soll.

Veröffentlicht in Rollenspiel | Verschlagwortet mit : | Kommentar schreiben »

Hello world!

Verfasst von Tenebrias am 13.02.2008 - 07:47

Welcome to WordPress.com. This is your first post. Edit or delete it and start blogging!

Ja, vielen Dank. Ich spare mir an der Stelle einfach mal große Ausführungen über Sinn/Zweck/Motivation. Entweder es läuft oder es läuft nicht.

Veröffentlicht in Dies & Das | Kommentar schreiben »