Aridhel
Verfasst von Tenebrias am 18.02.2008 - 10:52
Für den eiligen Leser
- Einordnung: Seraph in der Gefolgschaft Tyraels
- Beinamen: Die Tränenherrin, „Die Augen im Licht“
- Wahlspruch: /
- Opfergaben: Persönlicher Besitz eines Verstorbenen, Erinnerungsstücke
- Symbole: Tränen, selten auch eine geöffnete Tür, sehr selten eine Sichel
Beschreibung
Während alles umher gleichzeitig vertraut und fremd wirkt, streckt das Licht sich, wächst in die Gestalt einer hochgewachsenen Frau, deren alabasterscheinende Haut zart genug ist, um wie aus Saphiren geformte Adern sichtbar werden zu lassen. Trauerkleidung so dunkel, dass es vor dem gerade erst erloschenen Licht geradezu absurd wirkt und ein Schopf der die Nacht selbst in sich tragen könnte. Vor allem aber sind es die Augen: Nicht schwarz, sondern in tiefem Indigo mit ungezählten Sternen darin.
- Lemurin Crich, Entepores!
Im Namen der Tränenherrin: Wir verbrennen dich und dein Andenken. Möge nichts von dir bleiben, als ein sanfter Traum, der im Schlafe verblasst. Herrin, nimm die Trauer und erlaube uns zu vergessen. Was uns einte ist vergangen und kehrt nie mehr zurück. Wir lassen die Toten gehen und kehren zurück in die Welt der Sterblichen.
- Grabsegen
Wo sich ihre Geschwister um mannigfache Aspekte des Alltags kümmern und darum gern und oft angerufen werden, begegnet das einfache Volk der Tränenherrin mit Scheu. Mag der schmerzlich empfundene Verlust von Angehörigen in Aridhel auch ein Ventil finden, bleiben die Berührungspunkte doch gering und die Lichtgeborene selbst spricht „Vergesst was vergangen ist.“ Dennoch ist der Segen Aridhels gegenwärtiger als der Einfluss all ihrer anderen Geschwister, denn sie wacht über die Grabesruhe und nur eine aktive Entweihung durch eine ebenso mächtige Wesenheit oder deren Geweihte kann diesen Schutz brechen.
Während sicher ist, dass die „Augen im Licht“ nicht zum Kreis der ersten acht Seraphim gehörten, ist die Geschichte, nach der sie selbst aus den Tränen des um einen Gefallenen weinenden Tyrael entstand, wahrscheinlich nicht mehr als ein beliebtes Märchen, das die oft als unheimlich empfundene Präsenz der Totenhüterin mildern soll. Kaum zur Akzeptanz trägt die eigentümliche Tatsache bei, dass jene Toten, die ohne Segen bestattet wurden und dem Fluch Westens folgten um sich erneut zu erheben, die durch Aridhels Tränen geweihten Gräber zu suchen scheinen. Dort, so beobachten die Mutigsten, scheinen sie auf Erlösung zu hoffen.
Bisweilen wird der der Lichtgeborenen die Tugend des Mitgefühls zugesprochen, eine Deutung, die unter Gelehrten nicht allein deswegen umstritten ist, weil sie gewöhnlich Manhela zugeordnet wird. Wenngleich die Interpretation als allein Trauernde überwiegt, gibt es auch einige Darstellungen, die Aridhel als kriegerisch zeichnen, bereit die Seelen der ihr Anvertrauten zu verteidigen.
Geschichte
Wenngleich es nur sehr wenige Berichte von Auftritten Aridhels gibt, ist ihnen allen jedoch gemein, dass sie nie persönlich erschien um einen Kummer zu mildern oder um Leid zu stillen. Das Erscheinen der Tränenherrin erfolgt nach einem großen Frevel wider die Grabesruhe oder auch um eine gestohlene Seele zurückzufordern.
Nach dem Raub der Asche König Lamarits durch den Hochgeweihten der Kirche Tyraels, Oderin Duranges, und seinen Vertreter, Duncan Wood, befragt, formte Aridhel eine Träne, die Wahrheit von Lüge scheiden soll.
Geheimnisse
Aridhel ist auch die Hüterin der Pforte des Übergangs zwischen der normalen Welt und der Welt der Toten, trägt damit eine Pflicht die nach der Vernichtung des Wächters des Neunten Tores eine Zeitlang verwaist war.