BIG 25 Berlin – 10km
Geschrieben von Tenebrias am 11.05.2010 - 11:53
Auch wenn es im Blog eine lange Zeit sehr ruhig war mit dem Thema: Mittlerweile laufe ich tatsächlich regelmäßig – und am Sonntag, den 09.05.2010 habe ich meinen ersten Wettkampf bewältigt. Zeit für einen kleinen Blick zurück.
Nachdem ich die ganze Lauferei über die Winterzeit ziemlich schleifen ließ und nur gemächlich dann und wann trabte, war es am 21.03.2010 immerhin so gutes Wetter, dass ich sehen wollte, wie schnell ich die 10 Kilometer eigentlich zu laufen in der Lage war. Sieht man davon ab, dass ich nach dem Lauf völlig kaputt war, lief es sich ganz gut: Ich hielt über die gesamte Strecke einen konstanten Schnitt von 4:40 Minuten pro Kilometer, lief durchschnittlich aber auch auf 93% meiner Herzfrequenz. Am Ende stand eine Zeit von 46:54 und ich war erst einmal zufrieden damit.
6 Wochen später beim BIG25 zu laufen, war an sich gar nicht meine Idee, aber der zeitliche Rahmen passte genau auf den mitgelieferten Trainingsplan dessen Ziel vorsah die Zeit auf 44 Minuten zu drücken.
Also .. ok.
Ehrlich zugegeben: Ich fand – und finde – diese Pläne ein wenig seltsam. Das hat sicherlich damit zu tun, dass man eine Menge Läufe macht, die um das eigentliche Ziel herumkreisen. Ich laufe Intervalle. Ich laufe lang aber relativ langsam. Ich laufe sehr lang und noch viel langsamer. Nirgendwo in diesem Plan gab es den Punkt: So, und jetzt üben wir mal 10km am Stück mit der gewünschten Geschwindigkeit durchzulaufen.
Sicher, das erklärt sich damit, dass der Wettkampf eine Strapaze ist, die nichts zum Training beiträgt und der Plan einen in die Lage versetzt eben diese Leistung zu bringen. Aber so ins Dunkel hinein? Mhm.
Immerhin beinhaltete dieser 6-Wochen-Plan auch meinen ersten Halbmarathon.
Sieht man von meiner allgemeinen Beunruhigung über die unklare Erfolgskontrolle ab, machte sich das Training aber gut: Ich hatte nicht direkt das Gefühl leichter zu laufen, aber mein Puls ging im Schnitt zwischen 5 und 10 Schlägen für die gleiche Geschwindigkeit nach unten.
Am 09.05.2010 hatte ich nun also nicht direkt das Gefühl perfekt vorbereitet zu sein, aber ich hatte meinen Plan soweit brav erfüllt und damit immerhin ein gutes Gewissen.
Ankommen. Warmmachen. Einordnen. Loslaufen.
Ja, da war es, dieses leichte Gefühl vor dem ich bereits gewarnt worden war. Diese adrenalinschwangere Lockerheit, die schnell in einen Katzenjammer umschlagen konnte. Die Masse bremste natürlich, dennoch mußte ich vorsichtig ein wenig langsamer werden. Dennoch: Bei leichtem Gefälle war der Pace des ersten Kilometers bei unter 4:25. Eine Sekunde zu langsam für meinen avisierten Schnitt von 4:24 – aber eben künstlich gebremst durch den Pulk der Läufer.
Danach ging es rascher, bis der erste Eckpunkt kam und das sanfte Gefälle nicht nur endete, sondern zum Anstieg wurde: für Kilometer 6 meldete meine Uhr einen Pace von 04:23, immerhin 19 Sekunden schlechter als beim Vorgänger.
Zu diesem Zeitpunkt hatten sich die 25km-Läufer längst abgespalten und eine sehr dünne Schnur von Läufern zog sich vor mir her – vielleicht alle 20 Meter jemand. Ich blieb relativ konstant beim Tempo, überholte gemächlich den Einen oder Anderen, bis ich etwa bei Kilometer 8,5 selbst das erste Mal seit der Trennung vom großen Pulk selbst überholt wurde.
Woah. Von einer Frau! 1500 Meter blieben noch, also ignorierte ich das leichte Ziehen in der Seite und versuchte mich an ihre Fersen zu hängen. Wider Erwarten klappte das ganz gut, mit ihr als Tempomacher lief ich noch an ein paar Leuten vorbei und dann hinein in das Stadion. Zu dem Zeitpunkt hatte meine Uhr, wahrscheinlich irgendwie irritiert, bereits das Erreichen der 10km-Marke signalisiert, auf den blauen Bahnen wurde aus dem Ziehen dann noch echter Schmerz und als ich über die Ziellinie holperte, war da nicht viel Euphorie.
Gehen – Aua.
Atmen – Aua.
42:33 lautete später meine offizielle Zeit.
Scheint fast, als hätte das mit dem Training ins Blaue hinein funktioniert.